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INTERNATIONALE JUGENDBEGEGNUNG STUTTGART – LODZ BAD PETERSTAL UND STUTTGART 27.09.2019 – 05.10.2019

Die diesjährige Rückbegegnung in Stuttgart fand bereits zum siebzehnten Mal statt. Die Jugendbegegnung entsteht dank einer gelungenen Kooperation der Kinder- und Jugendhäuser Stammheim und Hausen und des Jugendkulturzentrums Nr 1 in Lodz.

Unter dem diesjährigen Motto im Schwarzwald: „Das perfekte Dinner unter Freunden“ - Kochworkshops mit Berücksichtigung der Sprachen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten und der kulturellen Hintergründe“.

Die Jugendgruppe aus Lodz kam bereits am frühen Morgen des 27. September am ZOB in Stuttgart/Flughafen an. Da die Gruppe nach einer langen Reise sehr erschöpft war, tat eine Erholungspause im Kinder- und Jugendhaus Stammheim allen sehr gut. Hier wartete die polnische Gruppe auf deren gleichaltrigen Freunde aus Stuttgart.

Am Nachmittag machte sich die deutsch-polnische Gruppe auf den Weg in den Schwarzwald. Trotz schlechten Wetter war die Laune bei den Jugendlichen sehr gut und unterhaltsam.

Der Abend gestaltete sich sehr spannend – durch die Kennenlernspiele und Gespräche ist sogar die Müdigkeit verflogen.

Am nächsten Morgen machte sich die große Gruppe auf zur kleinen Wanderung durch Bad Peterstal und die umgebenden Wälder. Die schönen Ausblicke und die gute Schwarzwälder Luft taten allen sehr gut. Die Teilnehmer führten Gespräche (ob auf Deutsch, Polnisch oder Englisch – es spielte keine Rolle) und lachten zusammen.

Am Nachmittag eröffneten wir die Workshopreihe: „Das perfekte Dinner unter Freunden“. Die große Gruppe wurde in drei kleine, gemischte Gruppen aufgeteilt und bekam als Aufgabe jeweils eine Speise zuzubereiten. Das Gesamtergebnis sollte ein ganzes Dinner darstellen. Die Gruppen bereiteten die Gerichte selbstständig zu und bereiteten jeweils eine Präsentation zum jeweiligen Gericht vor.

Nach stundenlanger und endlich getaner Arbeit machten sich alle frisch, zogen schicke Klamotten und zuvor vorbereitete und selbstgestaltete Lätzchen an. Ruhige Jazzmusik, Kerzenlicht und Feuer im Kamin machten die Stimmung perfekt.

Vor jedem Gang präsentierte eine Gruppe ihr Gericht vor. Die Präsentationen bezogen sich auf die Herkunft der Zutaten und des Gerichts, auf die Art und Form der Zubereitung und auf die unterschiedlichen Zubereitungsformen in beiden Ländern. Erstaunliche Konzentration und volles Engagement der Teilnehmer waren während des gesamten Abends sehr sichtbar. In späteren Diskussionen erwähnten die Teilnehmer den besonderen Einfluss dieser Form vom gemeinsamen Kochen auf den Zusammenhalt der Gruppe.

Am Sonntag bemerkte man keine Kontaktbarrieren mehr. Die Teilnehmer sprachen offen miteinander und kommunizierten frei auf unterschiedlichste Weise.

Eine kleine Wanderung vor dem nächsten Kochworkshop war dringend nötig.

Dieses Mal stand das gemeinsame Vorbereiten des Mittagessens. Die Gruppen arbeiteten absolut selbstständig, halfen sich gegenseitig bei Gewürze Wahl oder bei Art der Zubereitung. Eine für beide Länder typische Speise wurde plötzlich sehr spannend und interessant in ihrer Zubereitung.

Sehr schwer fiel allen die Rückkehr nach Stuttgart. Allen wurde bewusst, dass die gemeinsame Zeit teilweise zu Ende ging. Die Stuttgarter Jugendlichen mussten ab Montag die Schule besuchen, daher musste die polnische Gruppe die weiteren Vormittage ohne ihre deutschen Freunde verbringen. Die deutsche Gruppe nutzte jedoch jede Möglichkeit um die Gäste zu begleiten und um am gemeinsamen Programm teilzunehmen.

Am Montag konnte die Gruppe aus Lodz endlich Stuttgart kennenlernen.

Eine kleine Stadtrundfahrt und das Erkunden der Stadt unter geschichtlichen und politischen Aspekten beeindruckte die Gruppe und zeigte den Teilnehmern ein neues Bild.

Am Nachmittag wurde die polnische Gruppe von den deutschen Jugendlichen abgeholt und ins Erlebnisbad begleitet.

Am frühen Dienstagmorgen konnte die Gruppe das Zentrum der Stadt kennenlernen. Wichtige Orte wie das neue und alte Schloss, das Theater, das Rathaus und zahlreiche weitere wichtige Orte zeigten nochmal die Stadt im Wandel der Zeit. Die internationale Wand im Stuttgarter Rathaus beeindruckte die Gruppe, vor allem, weil sie hier auch „Stückchen“ ihrer Heimat entdecken konnte.

Am Nachmittag konnte die Gruppe noch ein Stückchen Stuttgarter Geschichte kennenlernen: Das Porsche Museum.

Sehr beeindruckt von der Vielfalt, Darstellung und Geschichte Porsches ging die Reise weiter ins Kinder- und Jugendhaus Hausen. Hier wartete nicht nur warmes Essen, sondern auch eine ganze Gruppe Freunde aus Stuttgart.

Als besonderer Programmpunkt wartete auf die Gruppen im Kinder- und Jugendhaus Hausen: Ein gemeinsames Box- und Ausdauertraining.

Am frühen Mittwochmorgen besuchte die polnische Gruppe die Park-Realschule in Stuttgart-Zuffenhausen. Hier konnten die jungen Menschen aus Lodz am Unterricht teilnehmen und ein Stück des deutschen Schulsystems kennen lernen. Ein Austausch mit den Schülern und Lehrern der Park-Realschule weckte ein großes Interesse aller Jugendlichen.

Nach einem Lunch im Kinder- und Jugendhaus Stammheim stand ein spannendes GPS-Spiel durch den Stadtteil Stammheim auf dem Plan. Daraufhin folgte ein Hamburger-Abendessen und offen gestaltetes Programm im Kinder- und Jugendhaus Stammheim. Die deutschen und polnischen Teilnehmer konnten nochmal über den Tag sprechen. Eine interessante Diskussion über das Schulsystem und dessen Unterschiede in Polen und Deutschland konnte auch am Abend fortgesetzt werden.

Nach so Eindrucksvollen und anstrengendem Programm freute sich die Gruppe umso mehr auf den Donnerstag. Da Donnerstag ein Feiertag war, entschloss sich das Pädagogenteam die deutsch-polnische Gruppe ins Erlebnispark Tripsdrill zu begleiten.

Am Freitag besuchte die Gruppe den Aktivpark „Bergheide“. Gleichberechtigung bedarf Verständigung und Gruppenintegration und darauf haben die Erlebnispädagogen mit der Gruppe hingearbeitet. Die Gruppe lernte wie man in einer Gruppe gut zusammenarbeiten kann, auch in einer Extremsituation.

Richtige Verständigung bringt immer Erfolg. Um den erwünschten Erfolgt zu erreichen muss man gemeinsame Ziele haben und diese Ziele erreichen wollen! Die Aktion und entstandene Situationen wurden mit der Gruppe am Ende des Treffens ausgewertet.

Am Freitagabend besuchte die Gruppe erneut das Kinder- und Jugendhaus Hausen. Nach einem reichhaltigen Abendessen konnte eine Auswertung der Gesamten Begegnung stattfinden. Zu Beginn der Auswertung bekamen die Gruppen die Möglichkeit schriftlich anonyme Antworten auf mehrere Fragen zu geben. Die Fragen wurden davor von den Pädagogen ausgearbeitet und beziehen sich auf das Thema der diesjährigen Begegnung, auf die Kommunikations- und Integrationsprozesse und das Programm im Allgemeinen.

Nun näherte sich auch diese Jugendbegegnung dem Ende zu. Am späteren Abend versammelten sich alle im Veranstaltungsraum um gemeinsam die ganze Woche Revue passieren zu lassen. Aus allen Fotos der vergangenen Woche wurde ein spannender Film erstellt. Während der Vorführung floss die eine oder andere Träne. Allgemeines Gefühl von Traurigkeit machte sich breit. Viel zu schnell war die spannende Woche vorbei gewesen…

Zum Abschluss konnte noch eine tolle Aktion der deutschen Jugendlichen gewürdigt werden. Mit Unterstützung eines Vaters konnte eine Spendenaktion gestartet werden. Dank dieser Aktion konnten T-Shirts für alle Teilnehmenden gedruckt und Gastgeschenke für unsere Gäste gespendet werden.

Wir bedanken uns herzlich beim Herrn Ivanusa und bei den aktiven Jugendlichen aus Hausen!

Dank Euch hat diese Jugendbegegnung einen besonderen Eindruck hinterlassen und uns gezeigt, dass unsere internationale pädagogische Arbeit wichtig ist und bereits seit Jahren Früchte trägt.

Vielen Dank für die tolle Zeit!

Bericht: Karina Sliwa (KJH Hausen)