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Stuttgart - Samara

Jugendbegegnung Samara in Stuttgart
27.07. – 10.08.2017

Pädagogisch begleitete Jugendbegegnungen stehen seit vielen Jahren auf dem Programm der bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Samara. Im Jubiläumsjahr (25 Jahre Partnerschaft) fand die Jugendbegegnung aus dem Jugendhaus Stammheim und der Stadt Samara, Russland unter dem Motto: "Kulturschock – nein, danke!" statt. Solche Jugendbegegnungen sind eine hervorragende Schule und zwar in zwei Richtungen: sie unterstützen die Persönlichkeitsentwicklung, in dem sie zur Förderung der sozialen Identität beitragen, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken und tragen zur interkulturellen Kompetenzentwicklung bei. Da die Unterhaltungssprache Deutsch war, trug diese Begegnung für die Teilnehmer aus Russland zu einer Verbesserung der Sprachkompetenz: das Erlebnis, dass die Jugendlichen trotz vielen Fehlern von den anderen verstanden wurde, hatte eine motivierende Kraft.

Der Aufenthalt in Stuttgart begann mit dem Besuch des erlebnispädagogischen Zentrum Bergheide, was dafür sorgte, dass sich in kurzer Zeit ein echtes Team aus den Jugendlichen entwickelte und die Verständigung untereinander super klappte.

Nach einem spielerischen Kennenlernen der Stadt Stuttgart durch das „Stadtspiel Tips’n‘Trips" und die Stadtführung fuhr das ganze Team ins Kleinwalsertal, um am Thema des Projektes "Kulturschock – nein, danke!" weiterzuarbeiten. Außer zahlreichen Freizeit- und Sportangeboten wie GPS-Tour, Tageswanderung, Olympiade, Brettspiele, Teambildungsspiele beschäftigten sich die Kinder in den gemischten Gruppen mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Länder Deutschland und Russland, indem sie zusammen in der Gruppe gesessen und die Informationen ausgetauscht haben. Die Ergebnisse der Gruppenarbeit wurden am letzten Abend in vielen kreativen Formen präsentiert: Zeichnungen, Plakaten, Tanz und Lieder.

Während des Aufenthaltes in Stuttgart warteten verschiedene Facetten der Stadt auf die Teilnehmer: Politik, Kultur, Wirtschaft, Massenmedien. Die Kinder waren voller Begeisterung von der technischen Ausstattung und Live-Sendungen beim SWR. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit das politische System Deutschlands kennenzulernen: im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Frau Brigitte Lösch (Bündnis 90 / Die Grünen) im Landtag und den Gemeinderätinnen mit Frau Guntrun Müller-Enßlin (SÖS) und Frau Laura Halding-Hoppenheit (Die Linke) kam es neben viel Information zu interessanten Gesprächen und einem regen Austausch. Auch ein bisschen Spaß war dabei: die Gruppe hat den Vormittag in Wilhelma, den Nachmittag im Freibad F3 und den Abend am Fernsehturm verbracht. Die Geschichte nicht nur Europa sondern der ganzen Welt konnte man in Mercedes–Benz–Museum beobachten. Die Geschichte vom Bundesland Baden–Württemberg haben die Jugendlichen beim Besuch auf Schloß Ludwigsburg erfahren. Als Symbol der entstandenen Freundschaft zwischen den Jugendlichen aus zwei Städten wurde eine Wand nahes des Jugendhauses Stammheim (Marco-Polo-Weg) im Rahmen eines Grafitti-Projektes besprüht – das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Durch die Überwindung der Schwierigkeiten bei der Lösung von vielfältigen Aufgaben – vom Küchendienst bis zur gemeinsamen Präsentation der Ergebnisse der Projektarbeit – haben es die Teilnehmer geschafft, sich intensiv kennenzulernen, auszutauschen und Freundschaft zu schließen. Wir bedanken uns bei Michael Klamm, dem Leiter des KJH Stammheim, und dem ganzen Team des KJH Stammheim für den wunderschönen Aufenthalt in Stuttgart, viele Bekanntschaften mit den deutschen Jugendlichen, zahlreiche und bereichernde Sport– und Freizeitangebote, wodurch die Teilnehmer das Leben in Deutschland mit ihren eigenen Augen gesehen und direkt miterlebt haben, viele Freunde gefunden und Vorurteile abgebaut haben.

Oksana Klynina