Blick nach vorn: Das bewegt uns jetzt
Nach dem Blick zurück auf das vergangene Jahr, schließt der Jahresbericht des Stuttgarter
Jugendhaus e.V. mit einem Blick voraus: Welchen Themen werden wir uns als gemeinnützige
Gesellschaft widmen, was treiben wir bereits voran? Außerdem: Der persönliche Ausblick von
Iris Ripsam. Die CDU-Gemeinderätin ist neu im Vorstand unseres Vereins.
Orientierungshilfe im Ausbildungsdschungel
Radialbohrerin,
Abfallbeauftragter, Laufschlosser. Viele Berufsbilder sind weitgehend
unbekannt – nicht nur unter Jugendlichen. Diese bewegt darüber hinaus
die Frage, wie sie einen geeigneten Ausbildungsplatz erhalten. Rund
800 Hauptschüler suchen in Stuttgart jährlich vergeblich danach. In
Baden-Württemberg fand 2006 von rund 89.000 Jugendlichen gerade mal
die Hälfte einen regulären Ausbildungsplatz. Je vielfältiger die Berufswünsche
von Jugendlichen sind, je besser sie im Vorfeld gecoacht werden, desto
sicherer können sie sich auf ihre Bewerbung vorbereiten. Die Stuttgarter
Jugendhaus Gesellschaft unterstützt die zielgerichtete Suche von Hauptschülern
nach einem passenden Einstieg in das Berufsleben. Eine einzigartige
Kooperationsform von Behörde, Gewerkschaft und Offener Kinder- und
Jugendarbeit ermöglicht die Zusammenarbeit mit allen Hauptschulen
in der Landeshauptstadt. Die 14 bis 16jährigen werden realitätsnah,
realistisch und individuell betreut: der Berufswunsch mit der Realität
abgeglichen und entsprechend ihrer Persönlichkeit der richtige Weg
in den Beruf gesucht.
Damit koordiniert die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft ein Erfolg
versprechendes Projekt, das Jugendliche pragmatisch und praktisch
unterstützt.
Internationaler Jugenddialog
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit
der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft konzentriert sich auf Heranwachsende
der Landeshauptstadt. Diese sind mobil, aufgeschlossen, neugierig
– Eigenschaften, die es zu fördern gilt. Zum Beispiel mit Kontakten,
die über die Stadt hinausgehen, zum Beispiel durch internationale
Begegnungen. Schließlich ermöglichen sie den unverstellten Blick auf
die Welt, bauen Vorurteilen vor und erweitern den eigenen Horizont.
Den internationalen Jugenddialog organisieren kontinuierlich die Einrichtungen
der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft – stellvertretend genannt
seien hier die zahlreichen Austausche des Kinder- und Jugendhaus Stammheim
mit Cardiff, Lodz oder Samara. Die Jugendinformation tips´n´trips
vermittelt unzählige Auslandskontakte – darunter Praktika, Freiwilligendienste,
Au Pair oder Studium. Diese Kontinuität bleibt bestehen. Darüber hinaus
wird sich die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft immer wieder um
programmatische Highlights bemühen und internationale Jugendkontakte
innerhalb und außerhalb der Landeshauptstadt ermöglichen.
Neubau
Noch gibt es keine Baustelle. Dennoch werden das Kinderund Jugendhaus
ANNA gemeinsam mit der Geschäftsstelle der Stuttgarter Jugendhaus
Gesellschaft eine neue Bleibe in Bad Cannstatt finden. Als sinnvolle
Ergänzung für die Landeshauptstadt wird auf dem Areal zudem ein Jugendhotel
entstehen. Mit unverstelltem Blick ist das Bauvorhaben geprüft worden.
2007 werden die Pläne reifen und der Baubeginn vorangetrieben.
Neue Rechtsform, neue Themen, bewährte Experten.
Vorstandsmitglied Iris Ripsam blickt voraus:
Mit dem Rechtsformwechsel des Stuttgarter Jugendhaus e.V. zu einer
gemeinnützigen Gesellschaft öffnen sich neue Perspektiven. Es sind
wichtige Perspektiven für die Kinder und Jugendlichen dieser Stadt.
Schließlich ist der Verein für offene Kinder- und Jugendarbeit bereits
heute ein mittelständisches Unternehmen mit 42 Einrichtungen und rund
400 Mitarbeitern. Sie alle werden durch die gGmbH im Sinne der Heranwachsenden
Stuttgarts schnell und flexibel klare Entscheidungen herbeiführen
können.
Spannende Projekte und relevante Themen wird die Stuttgarter Jugendhaus
Gesellschaft wie gewohnt verlässlich aufgreifen und umsetzen. Ihre
Stärke hierbei: Heranwachsende zu beteiligen, einzubinden und zu motivieren.
Gerade in der Diskussion über den Umgang Jugendlicher mit Suchtmitteln
gibt die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft gute Antworten: Alternativen
bieten, Vorbild leben und Freiräume schaffen. Bereits vor der Einführung
des generellen Rauchverbots in Kinder- und Jugendhäusern sind einige
Häuser erfolgreich rauchfrei geworden – auf immer mehr Veranstaltungen
mussten die Zigaretten draußen bleiben. Echte Alternativen im Umgang
mit Alkohol zeigt das Gemeinschaftsprojekt „Clever und Clean“: 40
Jugendliche aus vier Kinder- und Jugendhäusern entwickeln gemeinsam
mit dem Getränkehersteller Haller Wildbadquelle einen alkoholfreien,
partytauglichen Drink. Dieser wird in unseren Einrichtungen, in den
angesagten Szene-Bars und Supermärkten erhältlich sein.
Mein Ausblick auf die Zeit „danach“: In über 50 Jahren hat der Stuttgarter
Jugendhaus e.V. unschätzbares Wissen über Kinder- und Jugendarbeit
gesammelt. Erfahrene Experten setzen es modern und bedarfsgerecht
ein – mit und für die Heranwachsenden dieser Stadt.
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