Inhalt und Themen des

Geschäftsberichts 2006

Grußworte Gäste kommen – Freunde gehen Campen im Reitstadion Rat geben. Keine Lösung!
Praxistraining für das Berufsleben Bildung am Nachmittag Reise in unbekannte Welten Bericht aus der Region I
Die Zukunft vor Augen Bericht aus der Region II Eine zauberhafte Vorstellung Bericht aus der Region III
Ein Treffpunkt für Stuttgart Nord Highlights kompakt Blick nach vorn Spender und Sponsoren

Projekt-Steckbrief: „Around the world“ am Teenieaktionstag Der Teenieaktionstag bietet Jungen und Mädchen neue Erfahrungsräume. Hier können sie experimentieren, ihr Rollenverständnis überprüfen und die eigenen Verhaltensmöglichkeiten erweitern. Das Konzept des Aktionstages entstammt der Genderpädagogik. Es mischt geschlechtsgetrennte und gemischtgeschlechtliche Angebote mit dem Ziel, neue eigene Interessen und Fähigkeiten zu entdecken – jenseits des gewohnten Aktionsradius. Angesprochen sind Teenies bis 15 Jahre, seit 2006 dürfen schon 10jährige mitmachen. Mit dem Motto „Verreisen“ kommt der Teenieaktionstag gut an: Angeboten zunächst als offenes Freizeitangebot für Jugendliche aus Einrichtungen und Stadtteilen am Nachmittag, nehmen nun am Vormittag die Schulen im Rahmen eines Projekttages teil. So lernen zunehmend mehr Teenies frühzeitig die Einrichtungsangebote des Stuttgarter Jugendhaus e.V. kennen.

Projektleitung: Gabi Kircher, Fachbeauftragte für Mädchenarbeit und Projekte Partner: Gemeinschaftserlebnis Sport, Vitadrom und zwölf Einrichtungen des Stuttgarter Jugendhaus e.V. Zielgruppe: Teenager von zehn bis 15 Jahren Teilnehmer: Sieben Schulen mit 230 Grundschülern am Vormittag. 100 Teenager am Nachmittag Extra: Verlängerung! Von Nachmittags- zur Ganztagesveranstaltung Ausblick: Nach drei Jahren im Camp Feuerbach wechselt der Teenieaktionstag 2007 ins Kinder- und Jugendhaus Hausen Infos: gkircher@jugendhaus.net

Reise in unbekannte Welten

Stuntshow in Hollywood. Tattoos in der orientalischen Wellnessoase. Kochkurs in Mexiko. Beim Teenieaktionstag durften Schüler drei Reisen in ferne Länder buchen und in neue Welten eintauchen. Der Erfolg war groß: Sieben Schulen mit 230 Teenies kamen am Vormittag. Nachmittags reisten noch mal 100 Jugendliche rund um die Welt. Und wagten sich auf Neuland: Jungs genossen Gurkenmasken, Mädchen zimmerten eine Bühne.

Gabi Kircher, Fachbeauftragte für Mädchenarbeit und Projekte „Mit dem Teenieaktionstag machen wir in spielerischer Form Mädchen und Jungen Lust, neue Erfahrungen zu sammeln. Hier können sie Dinge ausprobieren, die sonst nur Jungs oder nur Mädchen machen. Uns gelingt das sehr erfolgreich! Mittlerweile denken wir über eine Angebotserweiterung nach. Die Anfragen übersteigen nämlich die Kapazitäten unserer zwölf Einrichtungen, die den Aktionstag im Jugendtreff Camp Feuerbach gestalten. Mit unseren Kooperationspartnern Gemeinschaftserlebnis Sport und Fitnesscenter Vitadrom konnten wir das Angebot unseres Reisebüros schon deutlich ausbauen, mit attraktiven Events wie: „Stuntshow in Hollywood“, „Capoeira in Brasilien“, „Klettern in den Schweizer Alpen“ oder „Trommeln im Senegal“. Wegen der großen Nachfrage haben wir die Organisation des Aktionstages geändert. Früher haben die Jugendlichen vor Ort in unserem Reisebüro ihre Reisen, sprich Sport-, Musik-, Wellness-, oder Kochangebote, gebucht. 2006 haben wir den Klassen Reisekontingente im Vorfeld angeboten, aus denen sie ihre eintägige Weltreise buchen durften. Dafür hatten wir einen ganz besonderen „Reisekatalog“ erstellt. Das war eine große organisatorische Leistung – sogar Reisepässe für alle 230 Grundschüler wurden vorproduziert.

Das entspricht unserem „Prinzip der Wertschätzung“: Wir arbeiten hart daran, eine möglichst authentische Atmosphäre zu schaffen. Es soll ein echtes Reisegefühl bei den Teilnehmern des Teenieaktionstages entstehen. Das fängt bei der Gestaltung der Räume an. Für unser Angebot „Höhlentour in Frankreich“ hatten wir zum Beispiel einen riesigen Raum komplett abgedunkelt. Hinein ging´s per Rollenrutsche in einen engen Tunnel. Von dort aus mussten sich die Teilnehmer durch tiefe Finsternis hindurchtasten.

Auch bei der Form der Durchführung achten wir auf Stringenz: Die Mitarbeiter tragen entsprechende Kleidung – z.B. Regencape, Helm und Stirnlampe bei der Höhlentour. Im „Flughafenterminal“ werden die Reisenden mit Mikrofon aufgerufen und von Stewards abgeholt. Unser konzeptionelles Ziel ist aufgegangen. Wir wollen potenzielle Besuchergruppen frühzeitig auf das Angebot unserer Kinder- und Jugendhäuser aufmerksam machen. Nicht nur die Schüler, auch die Lehrer bewerten unser Angebot und die Möglichkeiten positiv. Viele haben sich mit Briefen und Karten für den „wunderbaren Arbeitstag“ bedankt. Das neue Konzept – also den Vormittag als Schulprojekttag und den Nachmittag als offenes Freizeitangebot – findet 2007 seine Fortsetzung. Dabei bleibt im Vordergrund: „Selber erleben statt konsumieren“. Die teilnehmenden Teenies können sich freuen. Wir haben uns vorgenommen, ihnen noch mehr offene Angebote zu bieten und damit der Spontaneität Raum zu geben. Denn während ihrer gebuchten Reisen betreten viele Teenies Neuland und trauen sich Dinge, die sie vorher nie gewagt hätten. Dazu trägt sicherlich das Motto des Aktionstages bei: Verreisen. Das macht neugierig und eröffnet unbekannte Welten.“

Ingrid Vanek, Konrektorin der Grund- und Hauptschule Ostheim „Alle Kinder sowie wir Lehrer waren von der Vielfalt und Qualität des Angebots, von der Freundlichkeit und Kompetenz der Anbieter wie auch von der Organisation des Projekts begeistert. Wir betrachten es als pädagogisch sehr wertvoll, den Kindern in einer ansprechenden außerschulischen Umgebung Möglichkeiten zu bieten, sich auszuprobieren und Stärken zu entdecken.“

Esra, Klasse 4a Herbert-Hoover Schule „Ich bin in der ersten Reise Klettern gegangen. Zuerst hatte ich Angst, aber als ich den Gurt anhatte, traute ich mich. In der dritten Reise habe ich Capoeira gemacht. Wir haben zwei Kicke gelernt. Und nicht nur das. Wir haben auch gesungen und zwei Instrumente gelernt. Ich danke euch sehr für diesen wunderschönen Tag, er war sehr, sehr schön.“

André, Klasse 4b Herbert-Hoover Schule „Lieber Marcel, lieber Udo, mir hat das Kochen Spaß gemacht, weil ich die Tortillas gebacken habe und sie essen durfte. Der lustige Hut war cool. Das sollten wir bald wieder machen!“

Kleines Lexikon: Genderpädagogik

Gezielte Angebote nur für Mädchen. Oder nur für Jungen. Oder auch gemischtgeschlechtlich, jeweils mit dem Ziel, die Chancengleichheit beider Geschlechter zu verbessern und ihre Verhaltensspielräume und Handlungskompetenzen zu erweitern. Leitlinien für die Arbeit mit Mädchen und Jungen sind mittlerweile Standard der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Oft finden die Angebote in räumlicher und zeitlicher Trennung zum Alltagsangebot statt. Extraangebote können sein: Mädchenfreizeit, Streetdanceworkshops und –contests, Gewaltpräventionskurs, Kochkurs mit Jungen, Jungen-und Mädchenaktionstage