Inhalt und Themen des

Geschäftsberichts 2006

Grußworte Gäste kommen – Freunde gehen Campen im Reitstadion Rat geben. Keine Lösung!
Praxistraining für das Berufsleben Bildung am Nachmittag Reise in unbekannte Welten Bericht aus der Region I
Die Zukunft vor Augen Bericht aus der Region II Eine zauberhafte Vorstellung Bericht aus der Region III
Ein Treffpunkt für Stuttgart Nord Highlights kompakt Blick nach vorn Spender und Sponsoren

Projekt-Steckbrief: „Bildung und Betreuung“: ein integrierendes Konzept Die erste Hort-Kooperation begann 1994 im Stadtteil Heslach: Das Jugendhaus Süd bietet Schülern der Schickhardt-Realschule seither Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und bildungsnahe pädagogische Freizeitangebote.

2006 wurden verschiedene Betreuungsangebote für Schulkinder in einer Richtlinie zusammengeführt. Die neue Förderrichtlinie ermöglicht dem Stuttgarter Jugendhaus e.V. als freier Träger nun, an Schulen Betreuungsangebote aus einer Hand anzubieten, darunter drei Horte. Im September begann der Verein mit der Angebotseinführung an der Prag-, der Kirchhalden- und an der Riedseeschule. Dort gibt es insgesamt 220 Hortplätze.

Alle Horte arbeiten nach einem integrierten Konzept, das die Unterrichtsinhalte und das Schulprofi l in seine Betreuungsform mit einbezieht. Verbindlich und kontinuierlich werden die Grundschüler das gesamte Schuljahr hindurch betreut und gefördert: Nach der Hausaufgabenbetreuung wird am Nachmittag anspruchsvollen Bildungs- und Freizeitangeboten viel Zeit gewidmet. Ziel ist es, das Entwicklungspotenzial der Kinder auszuschöpfen. Bloßes „Behüten und Betreuen“ ist out. Die Betreuer verfolgen eine ganzheitliche Förderung ihrer Hortbesucher. Wesentlich hierfür ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Lehrkräften: Die Erzieher arbeiten mit ihnen „Hand in Hand“.

Ansprechpartner:

Simone Vöhse /Prag- und Kirchhaldenschule: svoehse@jugendhaus.net

Andreas Dobers /Riedseeschule: adobers@jugendhaus.net

Bildung am Nachmittag

Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Erziehern und Lehrern kennzeichnet eine Betreuungsform, die der Stuttgarter Jugendhaus e.V. 2006 dreifach übernommen hat. Unter dem Stichwort „Schulkindbetreuung“ verantwortet der Verein jetzt auch Horte an drei Schulen. Das Ziel: Mit bildungs- und freizeitpädagogischen Angeboten Kinder ganzheitlich fördern. Der Hort an der Pragschule ist ein Beispiel, wie Lernen und Lachen funktionieren kann.

Im Gespräch mit Sozialpädagogin Nicole Jansen und Yvonne Mayer, Jugend- und Heimerzieherin

? Vor wenigen Monaten startete der Hort an der Pragschule – was haben Sie erreicht?

Yvonne Mayer: „Wir haben uns gut eingelebt in unseren schönen Neubau. Zur Eröffnung konnten wir neben Eltern und Kindern auch Bürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch und die Leiterin des Staatlichen Schulamtes Ulrike Brittinger begrüßen.“

Nicole Jansen: „Wir haben uns vertraut gemacht mit Schulkindern, Pädagogen, Eltern und dem Stadtteil. Und: Wir haben ein erstes Programmangebot aufgestellt. Das werden wir nun sukzessive verfeinern.“

? Wie sieht das Angebot denn aus?

Nicole Jansen: „Grundsätzlich orientieren wir uns am Profil der Pragschule und machen Angebote zur Sprachförderung, Kreativität und Musikalität. Wichtig ist uns die Bewegungsförderung, für die wir die Schulsporthalle und den wunderbaren Außenbereich nutzen können. Auf dem Spielplatz tollen die Hortkinder besonders gerne herum.“

Yvonne Mayer: „Zum Hortalltag gehört auch der Stuhlkreis. Dort besprechen wir mit den Kindern Aktuelles und verankern die Spielregeln unseres Hauses. Danach gibt’s Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung. Am Nachmittag greifen wir regelmäßig die Inhalte des Unterrichts auf. Den Kindern macht es Spaß, die Themen aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen. Zuletzt haben wir die Jahreszeiten studiert – auf den großen Wandkalender im Hortfl ur sind alle mächtig stolz.“

? Wie gefällt den Lehrkräften der Pragschule die pädagogisch bildende Arbeit?

Nicole Jansen: „Wir arbeiten sehr gut zusammen. Dafür möchten wir uns bei Schulleitung und Lehrkräften explizit bedanken! In dieser kurzen Zeit haben sich bereits feste Formen etabliert. Wir nehmen regelmäßig an der Gesamtlehrerkonferenz teil. Wir erarbeiten gemeinsam ein Konfliktlösungskonzept, das für Schule und Hort gleichermaßen gelten wird. Daneben kommen wir auch kurzfristig ins Gespräch – einfach, wenn es aktuelle Fragen gibt.“

? Zum Beispiel?

Nicole Jansen: „Da geht es um unsere Hortkinder. Wir fragen nach, wenn Eines plötzlich unaufmerksam oder auffällig müde ist. Von den Lehrern erfahren wir, wie es sich am Vormittag verhält und suchen gemeinsam Antworten.“

Yvonne Mayer: „Natürlich kommen wir auch mit den Eltern ins Gespräch und vermitteln bei Bedarf Kontakte zu weiteren unterstützenden Schnittstellen.“

? Worauf achten die Eltern denn am meisten?

Yvonne Mayer: „Ihnen ist die Hausaufgabenbetreuung sehr wichtig. Grundsätzlich erfahren wir viel positive Rückmeldung von den Eltern. Ihre Kinder kommen gerne zu uns – manche gehen abends nur schweren Herzens nach Hause…“

 

 

 

 

 

Kleines Lexikon: Schulkindbetreuung Oberbegriff.

Beschreibt Betreuungsformen, die vormals unter den Begriffen „Hort-, Kernzeitenund Ferienbetreuung bekannt waren. Bedeutet ein verlässliches Betreuungsangebot der Schulen für Kinder.
Gibt es in verschiedenen Modulen, unterschieden nach Anzahl der Betreuungsstunden und des Versorgungsgrades:

  • Erweitertes Betreuungsangebot/EBA (bedarfsorientierte Förderung mit oder ohne Verpflegung)
  • Verlässliche Grundschule (auch „Kernzeitenbetreuung“: 3 Stunden mit oder ohne Verpflegung)
  • Hort (7 Stunden mit Mittagessen)
  • Ferienbetreuung (10 Stunden, mit Mittagessen, 10 Wochen im Jahr) Darüber hinaus:
  • Ganztagesbetreuung (8 Stunden Schule und Betreuung, 4 Tage die Woche)

 

Zusammenarbeit mit Schulen – Gemeinsam für das Wohl der Schüler

Der Stuttgarter Jugendhaus e.V. ist nicht nur im breiten Feld der Schulkindbetreuung aktiv. Neben dem Bereich der Sozialarbeit an Hauptschulen, kooperieren die 42 Einrichtungen individuell mit den Schulen ihrer Nachbarschaft.
Ein Überblick:

  • Sozialarbeit an Hauptschulen: 1982 gestartet. Heute an neun Grund-, Haupt- und Werkrealschulen
  • Erweitertes Betreuungsangebot: seit September 1998 (Rappach-, Altenburg- und Wilhelmschule)
  • Verlässliche Grundschule: seit September 2006 (Prag-, Kirchhalden-, Riedseeschule)
  • Hortbetreuung: seit September 2006 (Prag-, Kirchhalden-, Riedseeschule, davor bereits in der Schickhardrealschule)
  • Ganztagesbetreuung: seit 2005 (Carl-Benz-Schule)
  • Ferienbetreuung: seit Herbstferien 2001 (in elf Kinder- und Jugendhäusern)