Projekt-Steckbrief: Lernen am konkreten Projekt Eine „Kultur der aktiven Bildung“ vermitteln, das ist das Anliegen von fabCom. Lernen am konkreten Projekt, praktisches Umsetzen von theoretischem Wissen, direktes Anwenden – dafür werben die Mitglieder des Lernnetzwerkes.
Die Idee entstand aus einer Zusammenarbeit von Festo mit dem Massachusetts Institute of Technology in Boston, USA. Das Esslinger Unternehmen für Pneumatik und Automatisierungstechnik startete 2006 mit der Projektrealisierung von fabCom.
Von Anfang an dabei: der Stuttgarter Jugendhaus e.V. Gemeinsam mit Partnern
aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung entwickeln sie Lernwelten für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene. Dabei setzen sie auf virtuelle und reale Räume:
Entsprechend dem Vorbild des Web 2.0 arbeiten sie an einem Portal, das zeitlich
begrenzte, umsetzbare und konkret erfahrbare Projekte bündelt. Die Nutzer
(„User“) sollen die virtuelle Lernwelt mitgestalten können.
In den Einrichtungen des Stuttgarter Jugendhaus e.V., in Klassenzimmern
oder anderen jugendlichen Lebenswelten treffen sie zusammen:
Vom Kind bis zum Pensionär, alle lernen miteinander, lernen voneinander.
Mittlerweile ist die Vorbereitungsphase abgeschlossen. Alle Partner befinden
sich auf einem gemeinsamen Weg – von den unterschiedlichsten Orten aus.
Projektleitung: Festo AG & Co. KG Partner: Friedrich-Schiller-Schule Neuhausen, Hochschule Esslingen (Fachbereich Informationstechnik), Jugend Aktiv Stuttgart, Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, Ludwig-Maximilians-Universität München, Stuttgarter Jugendhaus e.V. Zielgruppe: Lernwillige jeden Alters (derzeit zwischen 10 und 60 Jahren) Ausblick 2007: In mehreren Kinder- und Jugendhäusern des Stuttgarter Jugendhaus e.V. fabCom-Werkstätten eröffnen – mit dem Gütesiegel: „Werkstatt für lebenslanges Lernen“. Infos: www.fabcom.org
Rat geben. Keine Lösung!Das Gehirn ist die komplexeste Maschine der Welt. Wie hält man sie am Laufen – und bleibt dran, am lebenslangen Lernen? Erste Antworten gibt ein Lernnetzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft, Schule und Offener Jugendarbeit: fabCom.
Wenn du ein Schiff bauen willst, gib den Männern kein Holz und kein
Werkzeug. Vielmehr rufe in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer wach.
Denn: Das Lernen nach eigenen Interessen erfordert neue Strukturen.
Schon beim Setzen des Ziels müssen Lernwillige und ihre „Lernbegleiter“
aufeinander zugehen. Schon am Anfang wird klar, dass jeder von jedem
lernen kann. Die Motivation liegt darin, das gemeinsam gesteckte Ziel
zu erreichen. Wissen muss an verschiedenen Orten vermittelbar sein:
virtuell und real, global und lokal. Es muss anhand praktischer Aufgaben
erlebbar werden. Und: „Es sollte einen zeitlich begrenzten Rahmen
haben, innerhalb dessen das vereinbarte Ziel erreichbar ist“, so Klinger.
Schließlich motivieren sichtbare Erfolge für das nächste Projekt.
Wer segelt nicht gerne mit einem selbstgebauten Schiff übers Meer
– oder über den Max-Eyth- See… Lernen nach eigenen Interessen erfordert
auch eine neue Haltung der Lehrenden. „Schwierigkeiten und Probleme
im Projekt gehören dazu. Schule ist zu aufgeräumt, der Alltag in Wirklichkeit
viel ungeordneter“, sagt Klinger. Deshalb geben die Wissensvermittler
bei fabCom – z.B. die Werkstattleiter in den Einrichtungen des Stuttgarter
Jugendhaus e.V. – keine Lösungen vor. „Sie bieten Rat und helfen dabei,
Das Ziel von fabCom? Bildung im umfassenden Sinne effektiver und effi zienter machen! „Das Lernen auf ein fassbares, greifbares Ziel auszurichten ist der erste Schritt“, sagt Klinger, „danach machen wir uns auf den Weg, um Rahmenbedingungen für die theoretische Wissensvermittlung zu schaffen“. Zunächst aber gilt das Motto: Lernen und Anwenden gehört zusammen. Deshalb stehen in Werkstätten des Stuttgarter Jugendhaus e.V. nun Lasercutter. Heranwachsende erstellen damit modische Gürtelschnallen oder Schiffe – aus Styropor. Dabei erzielen sie Lerneffekte, die weit über fachliche Aspekte hinausgehen – und die komplexeste Maschine der Welt am Laufen halten. |